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Arte
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Arte (Eigenschreibweise ARTE oder arte; AbkĂŒrzung fĂŒr französisch Association Relative Ă  la TĂ©lĂ©vision EuropĂ©enne „Zusammenschluss bezĂŒglich des europĂ€ischen Fernsehens“) ist ein öffentlich-rechtlicher Rundfunkveranstalter mit Hauptsitz im französischen Straßburg. Er wird in deutsch-französischer Kooperation von den beiden Mitgliedern Arte Deutschland in Baden-Baden und Arte France in Issy-les-Moulineaux bei Paris betrieben und ist als europĂ€ische wirtschaftliche Interessenvereinigungcite-ref-3[3] (EWIV) organisiert. Der Sender wurde 1991 durch einen Staatsvertrag vom 2. Oktober 1990 zwischen der Französischen Republik und den damaligen zehn westdeutschen LĂ€ndern und West-Berlin gegrĂŒndetcite-ref-4[4] und ging am 30. Mai 1992 auf Sendung.

Die Arte-Programme sind ĂŒber Antenne, Kabel, Satellit und das Internet verfĂŒgbar.cite-ref-empfangswege-von-arte-5-0[5] Zu der klassischen Fernsehausstrahlung auf Deutsch und Französisch tritt die Mediathek als eigenstĂ€ndige Plattform auf. Neben reinen Netzinhalten ist die Mehrheit der Sendungen hier vorab und im Anschluss an ihre lineare Ausstrahlung zu sehen. AusgewĂ€hlte Programme stehen im Netz mit Untertiteln auf Englisch, Spanisch, Polnisch, Italienisch und RumĂ€nisch zur VerfĂŒgung. Allerdings werden hĂ€ufig zu fremdsprachigen Filmen keine deutschen, sondern nur französische Untertitel angefertigt, sodass der Zuschauer sich die Filme entweder in deutscher bzw. französischer Synchronisation oder im Original mit französischen Untertiteln ansehen kann.

Contents

‱ Struktur
‱ Allgemein
‱ Arte GEIE
‱ Arte France
‱ Geschichte
‱ Fernsehen
‱ Empfang
‱ Programm
‱ Arte Concert
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Struktur

Allgemein

Arte ist in drei Einheiten untergliedert: Eine wird durch die zentrale Arte GEIE in Straßburg gebildet, die anderen beiden gehen durch die Mitglieder Arte France und Arte Deutschland hervor. Letztere liefern jeweils 40 Prozent der von Arte gesendeten Programme. Von der Zentrale und anderen mit Arte kooperierenden Sendern kommen die restlichen 20 Prozent der Sendungen. Arte France und Arte Deutschland unterbreiten ProgrammvorschlĂ€ge, sind gemeinsam fĂŒr die Finanzierung und die Kontrolle der Zentrale in Straßburg verantwortlich und in allen Gremien und Organen von Arte GEIE vertreten.

Der Sender finanziert sich zu 95 Prozent ĂŒber den in Deutschland und Frankreich erhobenen Rundfunkbeitrag. Allerdings unterscheiden sich die RundfunkbeitrĂ€ge in den beiden LĂ€ndern deutlich. In Frankreich liegt der Beitrag bei einer JahresgebĂŒhr von 138 Euro, wobei er lediglich von Haushalten bezahlt wird, die ĂŒber einen Fernseher verfĂŒgen. In Deutschland zahlt jeder Haushalt pro Jahr 210 Euro.cite-ref-6[6] Das bedeutet nicht, dass Einwohner in Deutschland mehr Geld fĂŒr Arte zahlen als die Franzosen, denn Arte France S.A. und Arte Deutschland TV GmbH zahlen jeweils die HĂ€lfte des Budgets von Arte GEIE.cite-ref-rechnungshof-7-0[7] GemĂ€ĂŸ dem GrĂŒndungsvertrag strahlt der Sender keine Werbung aus, eine Teilfinanzierung durch Sponsoring ist jedoch zulĂ€ssig.

Arte arbeitet mit einigen europĂ€ischen Partnern zusammen, die sich im Rahmen von AssoziierungsvertrĂ€gen dazu verpflichtet haben, eine bestimmte Anzahl von Koproduktionen umzusetzen und gegenseitig Programme auszutauschen. Zu den assoziierten Sendern, die mit beratender Stimme in den Gremien von Arte vertreten sind, gehören: ORF (Österreich), RTBF (Belgien), TVP (Polen), SRG SSR (Schweiz), YLE (Finnland), ČeskĂĄ televize (Tschechien), RTÉ (Irland), RAI Com (Italien) sowie der Filmförderung Luxemburg.cite-ref-arte-organisation-8-0[8]

Arte GEIE

Die Zentrale der Arte GEIE, eine Körperschaft in der Rechtsform europĂ€ische wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV, französisch groupement europĂ©en d‘intĂ©rĂȘt Ă©conomique), hat ihren Sitz in Straßburg und entscheidet ĂŒber Programmstrategie, Programmkonzeption und Programmplanung. Sie ist fĂŒr die Ausstrahlung und die Sprachbearbeitung der Sendungen sowie fĂŒr die ProgrammprĂ€sentation zustĂ€ndig. In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern koordiniert und gestaltet Arte GEIE die Kommunikation des Senders und koordiniert die Beziehungen mit den europĂ€ischen Partnern. DarĂŒber hinaus werden die Nachrichtensendung Arte Journal sowie einige Themenabende und GesprĂ€chsrunden in Straßburg produziert. Die Zentrale beschĂ€ftigt etwa 400 fest angestellte Mitarbeiter.

Seit dem 13. Oktober 2003 vereint der Gesellschaftssitz von Arte GEIE am Quai Chanoine Winterer in Straßburg in der NĂ€he der europĂ€ischen Institutionen alle Abteilungen der Zentrale unter einem Dach. Das GebĂ€ude wurde von den Architekten Hans Struhk und Maechel/Delaunay/Jund entworfen und hat eine NutzflĂ€che von 14.350 mÂČ.

Den Eingang des GebĂ€udes schmĂŒckt seit 2006 der Giraffenmann, eine Plastik von Stephan Balkenhol.cite-ref-9[9]

Der Vorstand von Arte GEIE besteht aus vier Mitgliedern, die jeweils fĂŒr fĂŒnf Jahre ernannt werden. Die PrĂ€sidentschaft wechselt mit jeder Amtszeit zwischen Frankreich und Deutschland. Aktuell sind folgende Personen im Amt:cite-ref-10[10]

‱ PrĂ€sidentin: Heike Hempel (seit 1. Januar 2025)cite-ref-arte-gesch-11-0[11]
‱ VizeprĂ€sident: Bruno Patino (seit 1. Januar 2025)cite-ref-arte-gesch-11-1[11]
‱ Programmdirektorin: Ingrid Libercier (seit 15. Juni 2023)cite-ref-12[12]
‱ Verwaltungsdirektorin: Marysabelle Cote (seit 1. Januar 2022)cite-ref-13[13]

Den Vorsitz der Mitgliederversammlung von Arte GEIE ĂŒbernahmen im Januar 2025 Jean-Dominique Giuliani und Katrin Vernau.cite-ref-arte-gesch-11-2[11]

Arte France

Arte France mit Sitz in Issy-les-Moulineaux im SĂŒdwesten von Paris produziert, koproduziert und erwirbt ebenfalls Programme fĂŒr Arte. Das französische Mitglied hatte mit Stand von 2019 mehr als 200 feste Mitarbeiter.cite-ref-14[14] Gesellschafter sind France TĂ©lĂ©visions zu 45 Prozent, die Französische Republik zu 25 Prozent, Radio France zu 15 Prozent und das Institut national de l’audiovisuel (INA) zu 15 Prozent.cite-ref-15[15] Arte France hat zwei Tochtergesellschaften, die Spielfilmproduktionsgesellschaft Arte France CinĂ©ma und die audiovisuelle Verlags- und Produktionsgesellschaft Arte France DĂ©veloppement. Letztere grĂŒndete Arte Education und Educ’Arte, eine interaktive Mediathek, die LehrkrĂ€ften und SchĂŒlern Sendungen fĂŒr alle FĂ€cher von der Grundschule bis zum Abitur bietet.cite-ref-16[16] Arte Radio, ein Webradio von Arte France, stellt jede Woche neue Podcasts auf Französisch online.cite-ref-17[17]

Das französische Mitglied von Arte ist an dem französischen Spartenkanal France 4 beteiligt und stellt als Gesellschafter von TV5 Monde und Canal France International (CFI) auch diesen Sendern ihre Programme zur VerfĂŒgung. DarĂŒber hinaus ist Arte France am frankokanadischen Kulturfernsehen ARTV beteiligt.

PrÀsident von Arte France ist Bruno Patino,cite-ref-18[18] Generaldirektor ist Frédéric Bereyziat.

Arte Deutschland

Arte Deutschland mit Sitz in Baden-Baden produziert oder erwirbt die Programme, die von deutscher Seite zum Gesamtprogramm von Arte beigesteuert werden. Gesellschafter sind die Landesrundfunkanstalten der ARD und das ZDF. Im GebĂŒhrenfestsetzungsverfahren fĂŒr den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland ist Arte Deutschland Ansprechpartner der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Daneben nimmt Arte Deutschland zentrale Aufgaben im Bereich der programmbegleitenden Kommunikation in Deutschland wahr und kooperiert mit zahlreichen Kultur- und Medienpartnern.

Die GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Arte Deutschland sind Benjamin Fischercite-ref-19[19] und Wolfgang Bergmann.cite-ref-20[20] Verantwortlich fĂŒr den Bereich „Programm und Kommunikation“ ist Thomas J. Weiss.cite-ref-arte-presse-kontakt-21-0[21] Die Leiterin des Bereichs „Verwaltung“ ist Elke Ertz.cite-ref-22[22]cite-ref-arte-organisation-8-1[8]

Geschichte

1984 entwickelte der baden-wĂŒrttembergische MinisterprĂ€sident Lothar SpĂ€th (CDU) das Konzept eines europĂ€ischen Kulturkanals. Parallel dazu entstand in Frankreich auf Initiative des StaatsprĂ€sidenten François Mitterrand (PS) der französische Kulturkanal La Sept, der 1986 gegrĂŒndet wurde und 1989 seinen Sendebetrieb aufnahm.cite-ref-schreitm-ller-23-0[23] Im November 1988 bildeten die MinisterprĂ€sidenten von Baden-WĂŒrttemberg, Lothar SpĂ€th, und Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel (CDU), gemeinsam mit Hamburgs Erstem BĂŒrgermeister, Henning Voscherau (SPD), eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines deutsch-französischen Kulturkanals. UnterstĂŒtzt wurde das Projekt von Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Aufbauend auf erste diesbezĂŒgliche Treffen 1985 waren SpĂ€th – seit 1987 BevollmĂ€chtigter des Bundes fĂŒr die deutsch-französischen Kulturbeziehungen – und der französische Kulturminister Jack Lang (PS) in der Folge die VerhandlungsfĂŒhrer der beiden Staaten.cite-ref-schreitm-ller-23-1[23] Am 2. Oktober 1990, am Vorabend der deutschen Wiedervereinigung, kam es schließlich zur Unterzeichnung eines zwischenstaatlichen Vertrags durch Vertreter der Französischen Republik und der zehn alten BundeslĂ€nder sowie West-Berlin. Er bildete die Grundlage fĂŒr den europĂ€ischen Kulturkanal Arte. Die fĂŒnf neuen BundeslĂ€nder traten 1996 bei.

Am 30. April 1991 wurde in Straßburg die Arte EWIV gegrĂŒndet. Gleichberechtigte Mitglieder sind die ebenfalls 1991 entstandene Koordinierungszentrale Arte Deutschland TV GmbH in Baden-Baden, an der die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF zu je 50 Prozent beteiligt sind, sowie der französische Kulturkanal La Sept. Dieser hatte seit 1989 seine Sendungen ĂŒber Satellit (TDF 1) sowie in einem Programmfenster des französischen Senders FR3 jeweils samstags von 15 Uhr bis Mitternacht ausgestrahlt. Mit der GrĂŒndung von Arte gab La Sept seine Sendefrequenz an den neuen Kulturkanal weiter und wurde selbst Mitglied von Arte. Seit seiner Umbenennung im Jahr 2000 heißt La Sept nun Arte France; deren Anteilseigner sind France TĂ©lĂ©visions zu 45 Prozent, die Französische Republik zu 25 Prozent sowie Radio France und das INA (französisch Institut national de l’audiovisuel) zu jeweils 15 Prozent.

Am Abend des 30. Mai 1992 ging Arte ĂŒber Satellit (TDF 1–2 und DFS1-Kopernikus) und Kabel auf Sendung. Die Eröffnungsfeier wurde live aus der Straßburger OpĂ©ra du Rhin ĂŒbertragen. Zum Auftakt der terrestrischen Ausstrahlung in Frankreich sendete Arte am 28. September 1992 Der Himmel ĂŒber Berlin von Wim Wenders.cite-ref-24[24] Arte sendete sein Hauptprogramm zunĂ€chst von 19 bis 1 Uhr, ab 1994 bis 3 Uhr nachts. Vor Beginn des Abendprogramms liefen tĂ€glich zwischen 17 und 19 Uhr Wiederholungen von Sendungen des Vortags. Die Programmschiene zwischen 17 und 19 Uhr wurde jedoch mit dem Start des KiKA am 1. Januar 1997 zunĂ€chst wieder eingestellt, da der Kindersender bis 19 Uhr auf den Satelliten- und Kabelfrequenzen von Arte im Timesharing verbreitet wurde. Erst ab Oktober 1998, mit dem Erhalt eines eigenen Sendeplatzes, liefen bereits ab 14 Uhr nachmittags Sendungen und seit 2006 ist Arte rund um die Uhr zu sehen.

Am 13. Oktober 2003 zogen alle Abteilungen der Zentrale nach Straßburg in einen neuen Gesellschaftssitz ein. Zuvor war Arte auf sieben Standorte verstreut. Das GebĂ€ude befindet sich in unmittelbarer NĂ€he der Institutionen der EuropĂ€ischen Union und wurde vom deutsch-französischen Architektenteam Hans Struhk und Paul Maechel konzipiert.cite-ref-arte-gesch-11-3[11]

1996 ging Arte mit einer eigenen Webseite online. Arte ist der erste Sender, der Abrufvideos bereitgestellt hat. Mit dem Start der Mediathek – ehemals Arte+7 – seit 2007 sowie dem Livestream seit 2012, Webdokumentationen und programmergĂ€nzenden Formaten setzt Arte verstĂ€rkt auf das Zusammenwachsen von Fernsehen und neuen Medien. Die Internetangebote des Senders sind in den letzten Jahren stetig gewachsen: Parallel zum Fernsehprogramm bietet Arte Concert (ehemals Arte Live Web) seit Ende Mai 2009 regelmĂ€ĂŸig Festivals und Konzerte live auf seiner Internetseite an. Im Februar 2011 ging anlĂ€sslich der transmediale in Berlin die Plattform Arte Creative online, die eine weitere interaktive Schnittstelle zwischen Internet und Fernsehen darstellte. Seit 2013 gab es mit Arte Future eine Plattform rund um die Themen Umwelt, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und 2014 ging Arte Cinema, ein Portal fĂŒr Kinoliebhaber, online. Seit April 2017 gehen die Plattformen (mit Ausnahme von Arte Concert) und Arte+7 in ein und derselben Mediathek auf.cite-ref-online-auftritt-neu-25-0[25]

Im November 2015 erweiterte Arte sein Online-Angebot mit einer Programmauswahl mit englischen und spanischen Untertiteln.cite-ref-pressemitteilung-der-europ-ische-kultursender-arte-jetzt-auch-auf-englisch-und-spanisch-26-0[26] Seit November 2016 stehen Programme mit polnischen Untertitelncite-ref-27[27] und seit Oktober 2018 mit italienischen Untertitelncite-ref-6-sprachen-28-0[28] zur VerfĂŒgung. Die Initiative wird von der EuropĂ€ischen Kommission kofinanziert.cite-ref-6-sprachen-28-1[28] Arte testet auch die Untertitel zum Teil kollaborativ von Nutzern erstellen zu lassen und nach PrĂŒfung durch den Fernsehsender veröffentlicht werden. Die ATAA kritisierte das und befĂŒrchtet, dass die QualitĂ€t der Untertitel darunter leiden könnte. Weiter wies die Organisation darauf hin, dass dies auch rechtlich problematisch ist, weil beim ursprĂŒnglichen Untertitel die Urheberrechte des Übersetzers tangiert werden.cite-ref-29[29]

Am 1. Juli 2008 ging der HD-Ableger Arte HD auf Sendung, seit 14. April 2011 werden alle Filme in HD-QualitÀt ausgestrahlt. Am 30. Mai 2017cite-ref-arte-gesch-11-4[11] feierte Arte seinen 25-jÀhrigen Geburtstag. Im selben Jahr gestaltete Arte seine Webseite arte.tv neu.cite-ref-online-auftritt-neu-25-1[25]

Das Jahresbudget der Zentrale Arte GEIE lag 2014 bei 127,14 Millionen Eurocite-ref-jahresbilanz-2014-15-30-0[30] und 2021 bei 141,65 Millionen Euro.cite-ref-31[31] Die Rechnungshöfe Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz haben im Jahr 2015 gemeinsam die Haushalts- und WirtschaftsfĂŒhrung der Arte Deutschland TV GmbH einschließlich ihrer BetĂ€tigung bei der Arte G.E.I.E. geprĂŒft und kritisiert, „dass ĂŒber 40 Prozent der von Arte Deutschland fĂŒr Arte G.E.I.E. erworbenen Ausstrahlungsrechte ungenutzt verfallen“,cite-ref-rechnungshof-7-1[7] weshalb sie ein bedeutendes Einsparpotential feststellen.

FĂŒr den Jahreswechsel 2022/2023 hat Arte angekĂŒndigt, die SD-Ausstrahlung via Satellit einzustellen und den Sender dafĂŒr in Ultra HD empfangbar zu machen.cite-ref-32[32]

Im Dezember 2024 wurde Arte als Vollmitglied in die EuropÀische Rundfunkunion (EBU) aufgenommen.cite-ref-33[33]

Fernsehen

Empfang

Der europĂ€ische Kulturkanal Arte strahlt seine Programme unverschlĂŒsselt in ganz Europa, rund um die Uhr, ĂŒber DVB-T, Kabel und Satellit und mit zwei SprachkanĂ€len (Deutsch, Französisch, und wenn möglich auch in Originalfassung und Audiodeskription) aus. ZusĂ€tzlich sind die Programme des Senders ĂŒber Online-Streaming im Internet verfĂŒgbar.

Aufgrund der unterschiedlichen Fernsehgewohnheiten in Deutschland und Frankreich sendet Arte sein Programm in einer französischen und in einer deutschen Fassung. Der Programmablauf unterscheidet sich vor allem in der Hauptsendezeit, die in Frankreich rund eine halbe Stunde spÀter als in Deutschland beginnt.

Europaweit sind beide Fassungen von Arte per Satellit ĂŒber Astra1 (19,2° Ost) in HD empfangbar. Dabei ist die deutsche Fassung an der Senderkennung „arte“ in Kleinbuchstaben zu erkennen, wĂ€hrend die französische Fassung „ARTE“ nur aus Großbuchstaben besteht. Die französische Fassung von Arte kann außerdem ĂŒber Hot Bird (13° Ost) empfangen werden. In HD-QualitĂ€t ist die deutsche Arte-Fassung unverschlĂŒsselt ĂŒber Astra1 verfĂŒgbar. Die französische Fassung ist in HD nur ĂŒber Hot Bird (13° Ost) frei empfangbar, via Astra1 ist sie hingegen verschlĂŒsselt.

DarĂŒber hinaus wird die französische Fassung von Arte, wie auch andere französische KanĂ€le, auf weiteren Satelliten verbreitet, um in allen französischen Überseegebieten empfangbar zu sein: Beispielsweise kann das Arte-Programm seit April 2010 ĂŒber CanalSat CaraĂŻbes in Martinique, Guadeloupe und Französisch-Guayana geschaut werden.

Im Kabelfernsehen ist der Sender sowohl in Frankreich als auch Deutschland rund um die Uhr ĂŒber alle Anbieter, darunter in Deutschland zum Beispiel Vodafone und PĂżur, zu empfangen. Außerdem sendet Arte auf terrestrischem Verbreitungsweg in Deutschland ĂŒber DVB-T2 HD im Full-HD-Format, in Frankreich ĂŒber TNT in HD.

In vielen europĂ€ischen LĂ€ndern wie in Belgien, Österreich, der Schweiz, Finnland, Spanien und den Niederlanden kann Arte ĂŒber Kabel empfangen werden. In Österreich ist der Sender außerdem ĂŒber DVB-T2 via simpliTV (kostenpflichtig) verfĂŒgbar.cite-ref-34[34]

Arte hat ein Kooperationsabkommen mit zahlreichen Fernsehsendern in Mittel- und Osteuropa, in Nordafrika sowie in Zentralasien abgeschlossen, die eine Auswahl von Arte-Programmen verbreiten. Bei öffentlich-rechtlichen Sendern in Italien, Israel und RumĂ€nien verfĂŒgt der Sender ĂŒber eigene Programmfenster.

Der Empfang des Programms ist außerdem ĂŒber das Internet mittels LiveĂŒbertragung und die Online-Mediathek des Senders,cite-ref-35[35] möglich. 85 Prozent der Sendungen, darunter auch viele Kinofilme, können dort nach der Fernsehausstrahlung mindestens weitere sieben Tage lang kostenfrei angesehen werden. In der Vergangenheit stand die Mediathek grĂ¶ĂŸtenteils nur Zuschauern im deutschen oder französischen Sprachraum zur VerfĂŒgung. FĂŒr zahlreiche Programme erwirbt Arte jedoch mittlerweile europaweit die Senderechte, so dass Zuschauer aus allen Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union und der EuropĂ€ischen Freihandelsassoziation Zugriff auf das Online-Angebot des Senders haben.cite-ref-jahresbilanz-2014-15-30-1[30] Langfristig sollen die Inhalte fĂŒr alle EuropĂ€er zugĂ€nglich sein. Dazu bedarf es allerdings weiterer EU-Fördermittel. Im Jahr 2024 kam ein FĂŒnftel der Zugriffe auf die Arte-Mediathek aus anderen LĂ€ndern als Deutschland oder Frankreich.cite-ref-36[36]

Programm

Arte sendet ein Vollprogramm.cite-ref-37[37] Schwerpunkte sind Kultur, Europa und die Vermittlung von Informationen aus vorzugsweise ungewöhnlichen Perspektiven, beispielsweise ĂŒber die Sendungen Yourope oder Das Forum der EuropĂ€er (2001 bis 2006).

Die Nachrichtensendung Arte Journal versucht die klassische Trennung zwischen Politik- und Kulturnachrichten aufzuheben, da – so Christoph Hauser, Programmdirektor von 2005 bis 2012 – die SchnittflĂ€che zwischen beiden Bereichen viel grĂ¶ĂŸer sei, als allgemein vermutet werde. So versucht die Sendung ZusammenhĂ€nge herauszuarbeiten, die bei einer nur kulturellen oder nur politischen Sichtweise nicht sichtbar werden.cite-ref-interview-hauser-38-0[38]

Der Sender ist bekannt fĂŒr hochwertige Dokumentationen und ein originelles Senderdesign, wofĂŒr er zusammen mit seinem Beitrag zur europĂ€ischen Integration bereits mehrere Auszeichnungen erhielt. Eine Art „Markenzeichen“ ist der Themenabend: In regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden (dienstags und sonntags) wurden einen Abend lang zwei bis vier FernsehbeitrĂ€ge verschiedener Genres (Spielfilm, Dokumentationsfilm, Reportage etc.) zu einem bestimmten, meist aktuellen Thema gezeigt, zum Beispiel Überwachung, Google oder Die Silicon Valley Story. Seit 2014 sind die Themenabende am Dienstagcite-ref-3-39-0[39] vorgesehen. Diese befassen sich hauptsĂ€chlich mit wirtschaftlichen, geopolitischen und sozialen Themen.cite-ref-40[40] Die Dokumentation 'Mafia und Banken' wurde 2024 nominiert von der International Anti-Corruption Conference (IACC) fĂŒr das Projekt „Films for Transparency“.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]

ZusĂ€tzlich zeigt Arte jede Woche etwa sechs Spielfilme mit Produktionen des zeitgenössischen Weltkinos, die sich durch kĂŒnstlerische OriginalitĂ€t und Fantasie auszeichnen. Darunter finden sich auch Filme aus fernen LĂ€ndern oder von weniger bekannten Regisseuren sowie Filmklassiker und Stummfilme. Neben den Kinofilmen werden freitagabends und samstagnachmittags Fernsehfilme ausgestrahlt, die zu mehr als drei Vierteln von Arte koproduziert werden. RegelmĂ€ĂŸig laufen im Nachtprogramm schrille, provokante und skurrile Trashfilme. Donnerstagabendscite-ref-3-39-1[39] zur Hauptsendezeit werden europĂ€ische und internationale Serien gezeigt. Seine Spielfilme zeigt Arte bis auf wenige Ausnahmen in unverĂ€nderter Fassung. Nicht jugendfreie oder kontroverse BeitrĂ€ge erhalten einen entsprechenden Hinweis zu Beginn. In der deutschen Version von Arte wird beim Zweikanalton der zweite Tonkanal meist zur Ausstrahlung des französischen Tons oder zur Audiodeskription verwendet, wĂ€hrend in Frankreich hier grundsĂ€tzlich der Originalton Verwendung findet.

Seit mehreren Jahren gibt es das wöchentliche Kurzfilm-Magazin Kurzschluss, das neben Berichten ĂŒber Festivals und PortrĂ€ts ĂŒber Regisseure stets einige Kurzfilme in voller LĂ€nge ausspielt. Des Weiteren sind im Programm diverse Kurzfilme zwischen anderen Sendungen platziert. Diese Kurzfilme sind oft nicht im offiziellen Programm, das Fernsehzeitschriften oder auch Arte selbst veröffentlichen, aufgefĂŒhrt.

Das ebenfalls wöchentliche Magazin Karambolage stellt deutsch-französische Eigenheiten und KuriositĂ€ten auf kĂŒnstlerische, humorvolle und experimentelle Art und Weise vor.

In den Bereichen Musik, Theater und Tanz ĂŒbertrĂ€gt der Sender große Veranstaltungen wie die Folles JournĂ©es de Nantes mit klassischer Musik sowie Konzertaufzeichnungen bekannter Dirigenten und Musiker und AuffĂŒhrungen aus renommierten europĂ€ischen Theatern und OpernhĂ€usern. Neben diesen eher klassischen KulturbeitrĂ€gen werden auch Themen behandelt, die eher das jĂŒngere Publikum ansprechen: Freitagabendscite-ref-3-39-2[39] berichtet das Musik- und Kulturmagazin Tracks ĂŒber Entwicklungen in verschiedenen modernen Subkulturen, und von 2007 bis Ende 2011 brachte die Musiksendung One Shot Not – Jamsession mit Manu KatchĂ© und Alice Tumler Rock-, Pop- und Weltmusikkonzerte im Clubformat auf den Bildschirm.

Mit dem Europa-Magazin Yourope versuchte der Sender sich auch auf die durch das Internet verÀnderten Mediennutzungsgewohnheiten einzustellen: So versuchte Yourope sein Publikum mit einzubeziehen, indem es dazu einlud, wÀhrend der Sendung per Videobotschaft Stellung zu beziehen und das Thema nach der Sendung auf der Website des Senders weiter zu diskutieren.cite-ref-interview-hauser-38-1[38]

Die deutsche und französische Version von Arte sind zeitlich zum Teil erheblich verschoben, insbesondere im Abendprogramm, da hier den Gewohnheiten der LÀnder in Bezug auf den Beginn des Hauptabendprogramms (Deutschland 20:15 Uhr, Frankreich 20:40 Uhr oder spÀter) Rechnung getragen wird. Da beide Programme zweisprachig unterlegt sind, kann der Zuschauer, der nur des Deutschen oder Französischen mÀchtig ist, auch von der zeitversetzten Ausstrahlung profitieren.

Mit dem Arte Journal Junior bietet der Sender seit 2014 am Sonntagmorgen ein 14-minĂŒtiges Nachrichtenmagazin fĂŒr Kinder von 10 bis 14 Jahren. Seit September 2015 gibt es auch in der Woche, also montags bis freitags, eine Ausgabe der Kindernachrichten am frĂŒhen Morgen.cite-ref-45[45]

2014 startete der Sender Tandem, ein deutsch-französisches Spielfilmprojekt, das mit nordamerikanischen Produktionen konkurrieren sollte.cite-ref-46[46] Die ersten Koproduktionen befassen sich mit dem Thema der Kernenergie in dem deutschen Thriller Tag der Wahrheit (Regie: Anna Justice) und der französischen Komödie Mon cher petit village (Regie: Gabriel Le Bomin). 2019 behandelt die deutsch-französische Serie Eden das Thema der Aufnahme von FlĂŒchtlingen in drei europĂ€ischen LĂ€ndern.cite-ref-47[47]

Mit der Saison ARTE Opera startete der Sender 2018 eine digitale Opernspielzeit, die auf ARTE Concert ĂŒbertragen wird. Das Format zeigt monatlich neue Produktionen großer OpernhĂ€user Europas, die im Livestream oder als Abrufvideos mit Untertiteln in sechs Sprachen verfĂŒgbar sind. An der dritten Opernspielzeit 2020/2021 sind 21 OpernhĂ€user aus 12 europĂ€ischen LĂ€ndern beteiligt, die klassische bis zeitgenössische Inszenierungen darbieten.cite-ref-48[48]

Netzauftritt

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Hauptartikel

:

Arte-Mediathek

Seit September 2007 stellt der Sender auf arte.tv und ĂŒber die Arte-App fĂŒr Smartphone und Smart-TV sein gesamtes Spektrum in eine Mediathek, zunĂ€chst unter dem Namen ARTE+7. Mittlerweile ist die Mehrheit der Videos dort online-exklusiv. Eine Auswahl von Inhalten steht in UHD-QualitĂ€t zur VerfĂŒgung.cite-ref-49[49]

Arte in sechs Sprachen

Seit November 2015 bietet Arte einige ausgewĂ€hlte Programminhalte – hauptsĂ€chlich Dokumentationen, Magazine und BĂŒhnenkunst – im Netz mit englischen und spanischen Untertiteln an.cite-ref-50[50] Das Angebot wird von der EuropĂ€ischen Kommission kofinanziert, wodurch 70 Prozent der EuropĂ€er das Programm in ihrer Muttersprache sehen können.cite-ref-51[51] Seit November 2016 gibt es auch eine Auswahl an Programmen mit polnischen Untertiteln.cite-ref-52[52] Italienische Untertitel sind seit Juni 2018 verfĂŒgbar.cite-ref-mehr-zuschauer-in-europa-gewinnen-arte-f-hrt-italienische-untertitel-ein-53-0[53]

Arte Concert

Arte Concert (von 2009 bis 2014 Arte Live Webcite-ref-54[54]) ĂŒbertrĂ€gt eine Auswahl junger und aktueller BĂŒhnenkunst live auf seiner Internetseite. Gezeigt werden Arte-Koproduktionen sowie Mitschnitte und Aufzeichnungen von Arte-Partnern, zu denen neben großen BĂŒhnenhĂ€usern auch freie Truppen, Festivals, unabhĂ€ngige KĂŒnstler, Produzenten und Websites gehören. Das Angebot richtet sich an ein breites Publikum aus AnhĂ€ngern der lyrischen Kunst, der Rockmusik, des Theaters, der Kammermusik, des Jazz und der Elektromusik. Seit dem Start der Seite Ende Mai 2009 wurden ĂŒber 2000 AuffĂŒhrungen, davon die HĂ€lfte live, ĂŒbertragen. Neben AuffĂŒhrungen und Konzerten werden im Arte-Live-Web-Portal Reportagen hinter den Kulissen, exklusive Interviews mit den KĂŒnstlern und Hauptakteuren der verschiedenen Festivals sowie AuszĂŒge aus Generalproben angeboten. Als Reaktion auf die Schließung aller VeranstaltungsstĂ€tten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 wurde das Live-Streaming-Angebot United We Stream ins Leben gerufen. Auf diesem werden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturschaffenden DJ- und Konzertauftritte aus den leeren Clubs tĂ€glich weltweit live gestreamt. Auf Arte Concert werden mehr als 900 Live- und Replay-Shows pro Jahr gezeigt.cite-ref-55[55]

2019 geriet Arte in die öffentliche Kritik, als der Sender ein Konzert der umstrittenen Rockband Böhse Onkelz live im Netz ĂŒbertrug. Die Band spielte auf dem Hellfest in Frankreich das in Deutschland verbotene StĂŒck Der nette Mann, das Arte auch nach Deutschland ĂŒbertrug. Den Böhsen Onkelz war diese Tatsache vorab bekannt. Arte gab an, erst kurz vor Konzertbeginn die Titelliste erhalten zu haben und dass der Sender deshalb nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte. Das Konzert wurde wegen des Vorfalls nicht in die Mediathek ĂŒbernommen.cite-ref-56[56]

JĂ€hrlich im Dezember findet das Arte-Kino-Festival statt. Das Online-Filmfestival fördert europĂ€isches Autorenkino und prĂ€sentiert Filme junger Regisseure, die in zehn Sprachen und 45 europĂ€ischen LĂ€ndern abgerufen werden können. Mit der „ArteKino Selection“ ist auf arte.tv jeden Monat ein Film in sechs Sprachen verfĂŒgbar.cite-ref-57[57]

Ehemalige thematische Plattformen

Seit 2017 gehen in der Arte-Mediathek die vormals eigenstÀndigen thematischen Plattformen ARTE Creative, ARTE Future, ARTE Info und ARTE Cinema auf.cite-ref-online-auftritt-neu-25-2[25] ARTE Concert besteht weiterhin als eigene Marke, integriert in den Internetauftritt von Arte.

Bevor Arte das Programmangebot auf der Mediathekenseite bĂŒndelte, existierten verschiedene Plattformen separat voneinander. Dazu gehörte ab April 2013 bis April 2017 Arte Future, auf der wissenschaftliche, technologische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und Umwelt orientierte Themen prĂ€sentiert wurden.cite-ref-online-auftritt-neu-25-3[25]

2011 entstand Arte Creative, ein Magazin, Labor und Netzwerk fĂŒr zeitgenössische Kultur. 2015 wurde die Plattform zum Innovationslabor. Das Hauptaugenmerk lag auf innovativen, sowohl dokumentarischen als auch fiktionalen Webserien, VR-Projekten, Videospielen und Soziale-Medien-Formaten. Es sollte Raum fĂŒr Programme bieten, die im traditionellen Programmschema des öffentlich-rechtlichen Fernsehens bis dahin keinen Platz gefunden hatten. Hauptproduzenten der Webserien waren ab 2015 vor allem französische Produktionsfirmen; auf deutscher Seite galt bis 2020 die verpflichtende Programmbindung an einen festen Sendeplatz. Das fĂŒhrte zu einem Übergewicht französischer Formate. Seit dem Neubeginn im Jahr 2018 ist Arte Creative nicht mehr Bestandteil des neu gestalteten Netzauftritts von Arte.cite-ref-online-auftritt-neu-25-4[25]

Weitere ehemalige Plattformen waren Arte Info, die ab Oktober 2013 alle Nachrichten- und Informationssendungen vereinte, Arte Cinema, die sich dem cineastischen Schaffen in Europa widmete, und das Magazin Culture Couch, das ab November 2014 ein fĂŒr Tablets konzipiertes Kulturmagazin war.

Seit 2017 sind alle Inhalte nach Themenrubriken geordnet in der Mediathek zu finden.cite-ref-online-auftritt-neu-25-5[25]

Druckerzeugnisse

Die Fernsehzeitschrift Arte Magazin bietet jeden Monat einen Überblick ĂŒber das Arte-Programm mit Hintergrundberichten zu den Programmhöhepunkten, Interviews mit prominenten Schauspielern und Regisseuren sowie Buch- und Servicetipps. Elementarer Bestandteil des Hefts ist der ausfĂŒhrliche und komplette Programmteil.

Die Arte Edition umfasst ein umfangreiches Angebot von DVDs mit Spiel- und Fernsehfilmen, Konzerten und Opernproduktionen, Dokumentarfilmen und Dokumentationsreihen. In der französischen Version der sogenannten Boutique finden sich auch BĂŒcher und Videos zum Download.cite-ref-die-arte-editions-in-frankreich-58-0[58]

Senderlogos

Das 1992 erschaffene Senderlogo besteht aus dem in Kleinbuchstaben geschriebenen Akronym arte (Association Relative Ă  la TĂ©lĂ©vision EuropĂ©enne), bei dem der untere Teil des Schriftzugs abgeschnitten ist. Mit dem neuen Erscheinungsbild im Jahr 1995 wurde das Logo lesbarer, das Akronym rĂŒckte in den Vordergrund und die Farbe wechselte zu einem warmen Orangeton. Im Januar 2004 neigte sich das Logo um vier Grad. Von Februar 2011 bis MĂ€rz 2017 prĂ€sentierte sich Arte in einer neuen, von einem Team aus europĂ€ischen KĂŒnstlern und Gestaltern erarbeiteten Senderdesign; fĂŒr den Bildschirm wurde das Arte-Logo als 3D-Skulptur inszeniert.cite-ref-59[59]cite-ref-60[60] Bei besonderen AnlĂ€ssen wird der arte-Schriftzug auch mit einem Trauerflor versehen. Seit 25. MĂ€rz 2017 wird das On-Air-Senderlogo in senkrechter Ausrichtung (um 90 Grad nach links gedreht) verwendet.cite-ref-2-61-0[61] Das Logo wird außerdem als eine Art Magnet verwendet, der die anderen grafischen Elemente anzieht. So werden beispielsweise Konfetti zu einer Europakarte zusammengezogen, Ă€hnlich EisenspĂ€nen, die sich in einem Magnetfeld ausrichten.cite-ref-62[62] Die britische Agentur The Partners, heute Superunion, hat die grafische IdentitĂ€t unter der FederfĂŒhrung der kĂŒnstlerischen Leiter Stuart Radford und Graeme Haig, entwickelt.cite-ref-2-61-1[61]

Marktanteile

Arte hat in Frankreich einen höheren durchschnittlichen Marktanteil (3,0 Prozent) als in Deutschland (1,3 Prozent; Stand jeweils 2024),cite-ref-0-63-0[63] wobei der Sender in Deutschland einer wesentlich hĂ€rteren Konkurrenz ausgesetzt ist als in Frankreich, wo es lange nur sieben frei empfangbare analoge Fernsehsender gab – dort fehlte insbesondere die Alternative an kulturspezifischen Programmen, die auf deutscher Seite vor allem 3sat abdeckt. Durch die EinfĂŒhrung des digitalen terrestrischen Fernsehens TNT im April 2005 hat Arte seine Sendezeiten dort ausgeweitet, trifft hingegen zugleich auf mehr Wettbewerber und verzeichnete in Frankreich leichte Quoteneinbußen.

2015 lag der Marktanteil des Senders in Deutschland bei einem Prozent, was einer Reichweite von neun Millionen Zuschauern entspricht. In Frankreich hatte Arte 2014 zwei Prozent Marktanteil und erreichte damit rund zwölf Millionen Zuschauer. 2015 stiegen die französischen Zuschauerzahlen um 10 Prozent (2,2 Prozent Marktanteil).cite-ref-z-anteile2015-64-0[64] In Deutschland blieben die Quoten stabil, 2008 lag der Anteil dort noch bei 0,6 Prozent.cite-ref-65[65]

Den bisherigen Zuschauerrekord in Deutschland erreichte Kai Wessels Fernsehfilm Die Flucht mit 2,47 Millionen Zuschauern.cite-ref-66[66]

FĂŒr Arte gewinnt das Netz als Vertriebsweg an Bedeutung; 2024 wurden die Videos insgesamt 2,7 Milliarden Mal auf den Seiten des Senders, ĂŒber die Mediathek und auf den Social-Media-KanĂ€len angeschaut, ein Anstieg von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2024 verzeichneten die Inhalte von Arte Concert insgesamt 127 Millionen Videoaufrufe.cite-ref-0-63-1[63]

2025 erreichte Arte in Deutschland einen Rekord-Marktanteil von 1,4 % sowie einen Marktanteil von 3,1 % in Frankreich. Die Streamingangebote verzeichneten 2025 den Rekordwert von 3,2 Milliarden Aufrufen.cite-ref-67[67]

Auszeichnungen

Im Jahr 2001 wurde die Arte-Redaktion mit dem Förderpreis der Carlo-Schmid-Stiftung und 2002 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet. 2014 erhielt Arte den Adenauer-de Gaulle-Preis und wurde damit fĂŒr die Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft und um die Konstruktion einer gemeinsamen europĂ€ischen Öffentlichkeit geehrt.cite-ref-68[68]

Zahlreiche Arte-Produktionen und Koproduktionen wurden mit wichtigen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Beim Grimme-Preis 2019 erhielt Arte die „Besondere Ehrung“ des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, unter anderem, weil den Programmverantwortlichen „Bildungsfernsehen im besten Sinne“ gelinge und der Sender „Publikumsinteresse auch fĂŒr komplexe Fragen“ wecke und „fĂŒr Themen, die medial ansonsten nicht im Fokus stĂŒnden“.cite-ref-69[69]cite-ref-70[70]

Literatur

‱ Liane Rothenberger: Von elitĂ€r zu populĂ€r? Die Programmentwicklung im deutsch-französischen Kulturkanal arte. UVK, Konstanz 2008, ISBN 978-3-86764-115-9 (= Forschungsfeld Kommunikation, Band 27, zugleich Dissertation an der Katholischen UniversitĂ€t EichstĂ€tt-Ingolstadt, 2008)
‱ Nathalie Hellmuth: Arte – Europa auf Sendung. Verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen fĂŒr die Beteiligung von ARD und ZDF an supranationalen Gemeinschaftssendern am Beispiel des europĂ€ischen Kulturkanals Arte. Lang, Frankfurt am Main/Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien 2007, ISBN 978-3-631-56589-6 (= Studien zum deutschen und europĂ€ischen Medienrecht, Band 27, zugleich Dissertation an der UniversitĂ€t Rostock, 2006)
‱ Inge GrĂ€ĂŸle: Der EuropĂ€ische Fernseh-Kulturkanal Arte. Deutsch-französische Medienpolitik zwischen europĂ€ischem Anspruch und nationaler Wirklichkeit. Campus, Frankfurt am Main/New York 1995, zugleich Dissertation an der Freien UniversitĂ€t Berlin.

Weblinks

Commons

: Arte

– Sammlung von Bildern und Videos

‱ Literatur von und ĂŒber Arte im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Offizieller Netzauftritt von Arte (mehrsprachig)
‱ Arte Radio (mehrsprachig)
‱ Arte Magazin

Einzelnachweise

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cite-note-22. Alexander Krei: So lief 2025 fĂŒr die Spartensender. In: DWDL.de. 2. Januar 2026, abgerufen am 13. Januar 2026.
cite-note-33. ↑ Die Finanzierung von ARTE. In: arte.tv. Abgerufen am 1. April 2023.
cite-note-44. ↑ Axel RĂŒhle: Die mit den Sachen, die sonst keiner macht. Eine LiebeserklĂ€rung an Arte zum 30. Geburtstag des deutsch-französischen Senders. In: SĂŒddeutsche Zeitung. Nr. 228/2020. SĂŒddeutsche Zeitung GmbH, MĂŒnchen 2. Oktober 2020, S. 44.
cite-note-empfangswege-von-arte-55. ↑ Arte auf meinem Fernseher empfangen. In: arte.tv. Abgerufen im 1. Januar 1.
cite-note-66. ↑ Le Financement. In: arte.tv. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 21. Februar 2016; abgerufen am 12. Mai 2023 (französisch).
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48.59387.7662coordinatesKoordinaten: 48° 35â€Č 37,7″ N, 7° 45â€Č 58,3″ O